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Die Gründung des Einsatzzentrums Junglinster


Stellt man sich die Frage wieso es in Junglinster ein Einsatzzentrum des Zivilschutzes gibt, kommt man nicht umhin, einen kleinen Exkurs in die Geschichte der Feuerwehren der Gemeinde Junglinster zu unternehmen.

Das erste Feuerwehrkorps der Gemeinde wurde im Jahre 1908 in Junglinster gegründet. Die Feuerwehr Burglinster-Imbringen folgte im Jahre 1924 und diejenige aus Godbringen 1933. Die drei ehemaligen Wehren aus der früheren Gemeinde Rodenburg sind jüngeren Ursprungs und wurden alle erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, und zwar: Gonderingen 1949, Beidweiler und Eschweiler alle beide im Jahre 1958. Diese sechs Korps wurden von der Gemeindeverwaltung mit dem notwendigen Material ausgerüstet, um bei Feuersbrünsten Hilfe leisten zu können. Bei größeren Einsätzen unterstützen sich die sechs Feuerwehren gegenseitig.

Ab Mitte der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde es allerdings immer deutlicher, dass für ein schlagkräftiges Feuerwehrwesen eine engere Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren unabdingbar sei. Unter dem Impuls des Kommandanten der Feuerwehr Junglinster, Fred Schiltz, wurden also Anstrengungen unternommen, die sechs Korps der Gemeinde zusammenzuführen. Dies begann mit der Erstellung eines gemeinsamen Übungskalenders. Es wurde ebenfalls ein Gremium eingeführt, in dem Vertreter der sechs Feuerwehren regelmäßig zusammenkamen, um die Anschaffung von Feuerwehrmaterial zu koordinieren. Die Zusammenarbeit der sechs Feuerwehren wurde auch durch den Umstand begünstigt, dass ab einem gewissen Zeitpunkt in allen Ortschaften neue, junge Kommandanten im Amt waren, welche einer engeren Kooperation sehr aufgeschlossen gegenüberstanden. Der Zusammenschluss der 6 Feuerwehren der Gemeinde wurde durch die Gründung des Zivilschutzzentrums Junglinster beschleunigt. Alle beteiligten und verantwortlichen Personen waren sich im Klaren darüber, dass das Unternehmen nur gelingen könnte, wenn Feuerwehr und Zivilschutz eng zusammen arbeiten würden. Es wurde deshalb beschlossen, dass jedes neue Mitglied, welches sich am Sauvetage beteiligen möchte, auch automatisch Mitglied der Feuerwehr werden musste. Gab es am Anfang noch einige Feuerwehrangehörige, welche nicht als Mitglied der Zivilschutzes aufgeführt wurden, so stellte sich jedoch schnell heraus, dass auch diese Mitglieder in der Praxis Aufgaben des Sauvetage miterledigten. Heutezutage sind alle Mitglieder der Feuerwehr auch Mitglied des Zivilschutzes.


Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zusammenarbeit der sechs Feuerwehren der Gemeinde Junglinster eine Voraussetzung zum Gelingen der Gründung des Zivilschutzzentrums Junglinster war.

Das Einsatzzentrum konnte seinen Dienst nach einer sehr kurzen Vorbereitungszeit am 4. Oktober 1996 offiziell aufnehmen. Die Direktion stellte kurzfristig einen neuen Schnellrettungswagen (SRW), welcher ursprünglich für das Einsatzzentrum Differdingen vorgesehen war, sowie eine gebrauchte Ambulanz, welche vorher im Einsatzzentrum Ettelbrück eingesetzt wurde, zur Verfügung. Kurze Zeit später kam noch ein Mannschaftstransportwagen (MTW), welcher im Rahmen einer nationalen Anschaffung geliefert wurde, hinzu.

Um schnellstmöglich über qualifizierte Retter zu verfügen, wurde an der Nationalen Schule des Zivilschutzes in Schimpach ein zweiwöchiger „Sauvetage“-Kursus veranstaltet, an welchem ausschließlich Mitglieder des neuen Zentrums aus Junglinster teilnahmen. Auf Grund einer Ausnahmegenehmigung der Direktion war es möglich, auch den Ambulanz-Dienst rasch aufzunehmen. In der Tat stand eine Reihe von Mitgliedern zu Verfügung, welche bereits eine Erfahrung im Rettungsdienst aufweisen konnten, weil sie entweder in anderen Einsatzzentren aktiv waren oder bei der Berufsfeuerwehr Luxemburg arbeiteten. Des Weiteren erhielten die neuen Mitglieder eine intensive Ausbildung seitens der Ambulanz-Instruktoren Norbert Horper, Christine Oth und später Jean-Paul Heim. Die Direktion billigte deshalb, dass die Ambulanz mit einem erfahrenen Mitglied und zwei neuen Ambulanz-Helfern besetzt, Bereitschaftsdienst leisten konnte. Allerdings wurde in den ersten Monaten noch kein 24-Stunden Dienst verrichtet. Ambulanz und Sauvetage waren während den Wochentagen in der Regel von 18 Uhr bis 7 Uhr, sowie am Wochenende rund um die Uhr einsatzbereit. Im Ambulanzwesen wurden zwischen dem 4. Oktober und dem 31. Dezember 1996 insgesamt 4248 Stunden Bereitschaftsdienst geleistet. Dies entspricht einem Durchschnitt von 16 Stunden pro Tag. Beim Sauvetage waren es im gleichen Zeitraum 6336 Stunden, d.h. durchschnittlich 12 Stunden pro Tag. Im Jahre 1997 konnte dann zu einem regulären 24-Stunden-Dienst übergegangen werden.


Größtes Sorgenkind bei der Gründung des Einsatzzentrums war die Unterkunft. Die Feuerwehrfahrzeuge waren zu dem Zeitpunkt auf sechs Standorte verteilt. Für die drei zusätzlichen Einsatzfahrzeuge des Zivilschutzes mussten zusätzliche Stellplätze geschaffen werden. Kurzfristig wurde die Ambulanz im Feuerwehrlokal in Gonderingen untergestellt. Es war aber gewusst, dass ab der Aufnahme des Einsatzdienstes am 4. Oktober 1996 Ambulanz- und Sauvetage-Dienst von Junglinster aus funktionieren mussten. Im Feuerwehrlokal in Junglinster standen Stellplätze für die drei Einsatzfahrzeuge der lokalen Feuerwehr zur Verfügung. Eins davon stand in einer Fertigbau-Garage. Es wurde entschieden, im Hof eine zweite Fertigbau-Garage für die Ambulanz zu errichten. Das Löschgruppenfahrzeug (LF 8) aus dem Jahre 1968 wurde im zweiten Container untergestellt. Im Feuerwehrlokal wurden das Tanklöschfahrzeug (TLF 1800), der Schnellrettungswagen (SRW) sowie der Mannschaftstransportwagen (MTW) untergebracht. Damit dies möglich war, mussten SRW und MTW in einer Reihe hintereinander gestellt werden. Damit das Garagentor geschlossen werden konnte, musste ein Loch in die Mauer der Gebäuderückwand geschlagen werden, um Platz für die Anhängerkupplung des MTW zu schaffen! Dies illustriert zur Genüge den Platzmangel, der damals in der Unterkunft für Feuerwehr und Zivilschutz herrschte! Hinzu kam, dass auf Grund der Tatsache, dass eine neue gemeinsame Unterkunft in Planung war, die Gemeinde die Feuerwehrlokale in Godbringen, Burglinster und Beidweiler bereits anderweitig verplant hatte und dabei war, diese in Kulturzentren umzubauen. Somit fielen Stellplätze für drei Feuerwehrfahrzeuge weg!

Als Ersatzlösung schloss der Schöffenrat im Jahre 2000 einen Mietvertrag mit der Familie Klein ab, welche die leerstehenden Garagen ihres Unternehmens in der Rue de la Gare in Junglinster zur Verfügung stellte. Nachdem die Gemeindearbeiter die Garagen hergerichtet und eine Heizung installiert hatten, konnten dort ein weiterer Mannschaftstransportwagen (MTW), zwei Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF), ein Mehrzweckfahrzeug (MZF), sowie zwei Anhänger untergebracht werden. Im Feuerwehrlokal in Gonderingen wurden das TLF 1500 sowie der neue Gerätewagen (GW 2) untergestellt. Die persönliche Ausrüstung aller Mitglieder war in Junglinster gelagert.

Abhilfe dieser unbefriedigenden Situation wurde mit dem Bau des neuen Einsatzzentrums in der Gewerbezone Langwies geschaffen. Die Entscheidung, eine neue Unterkunft für Feuerwehr und Zivilschutz zu bauen, wurde schon bei der Gründung des Einsatzzentrums im Jahre 1996 getroffen. Allerdings sollte es auf Grund von administrativen und planerischen Hürden bis zum 2. Juli 2001 dauern, bis die Bauarbeiten schließlich beginnen konnten. Die Bauarbeiten schritten zügig voran, so dass im September 2003 der Umzug stattfinden konnte. Die feierliche offizielle Einweihung fand am 29. Januar 2004 im Beisein von Innenminister Michel Wolter, zahlreichen Abgeordneten, Bürgermeistern, Gemeinderatsmitgliedern, Vertetern von Verwaltungen, Feuerwehr und Zivilschutz, sowie Vertretern der Zivilgesellschaft statt.